Was sind Cookies?

09.12.2021 | Webentwicklung

Immer, wenn Du eine Webseite besuchst, öffnet sich zunächst ein Fenster mit sogenannten „Privatsphäre-Informationen“. Nach einem langen Text erscheint ein Bestätigungsfeld und mit einem Klick hast Du der Verwendung von Cookies zugestimmt. Was sind eigentlich Cookies? Welche sind wirklich notwendig? Kann man der Verarbeitung der persönlichen Daten bedenkenlos zustimmen oder sollte man die Einstellungen besser anpassen? Wir sind diesen Fragen auf den Grund gegangen.

Was sind Cookies?

Cookies ist der englische Begriff für „Kekse“. Mit dem süßen Gebäck haben die kleinen Textdateien, die beim Besuch von Internetseiten im Webbrowser gespeichert werden, jedoch nichts zu tun. Der Begriff wird im Datenschutz als Synonym für Datenentnahme oder Datenweiterleitung genutzt.

Cookies sind für Händler bares Geld wert. Die kleinen Dateien bieten die Chance, die Kunden mit ihren Gewohnheiten und Vorlieben kennenzulernen. Sie geben Auskunft darüber, wie lange ein Nutzer auf der Seite war, welche Suchen er ausgeführt hat, welche Einstellungen er vorgenommen hat und vieles mehr.

Welche Inhalte speichern Cookies?

Cookies sind nicht grundlegend schlecht oder schädlich, sondern dienen der Optimierung der Webseitendarstellung. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass sie bei falschem Einsatz bzw. Missbrauch eine Gefährdung darstellen können.

Zu den Vorteilen vom Einsatz von Cookies zählen auf jeden Fall, dass die Einstellungen, die man beim vorhergehenden Besuch der Seite gespeichert werden und nicht immer wieder händisch neu geändert werden müssen.

Dies wären zum Beispiel:

  • die Umstellung der Seitensprache
  • Schriftgröße/Zoom
  • Ausfüllen von Feldern zur Dateneingabe
  • Wunsch– und Einkaufslisten

Warum ist eine Einwilligung erforderlich?

Webseitenbetreiber sind aufgrund einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes und einer daraus folgenden Entscheidung des Bundesgerichtshofes verpflichtet, eine aktive Einwilligung der Webseitenbesucher zur Nutzung von Cookies und zur Verarbeitung personenbezogener Daten zu erfragen.

Welche Cookies gibt es?

Session-Cookies

Cookies, die nach dem Besuch einer Webseite im Browser automatisch wieder gelöscht werden, werden als temporäre oder Session-Cookies bezeichnet. Sie sind hilfreich, wenn Du eine Webseite vor dem Abschluss einer Bestellung kurzfristig verlassen musst. Mithilfe der Cookies wird der Warenkorbinhalt gespeichert und Du kannst danach fortfahren. Ohne die Cookies musst Du von vorn beginnen. Doch auch hier ist Obacht geboten. Wenn Du die Webseite nicht vollständig schließt, werden Deine Daten gespeichert. Der Warenkorb oder auch andere Informationen bleiben so für andere Nutzer des Computers sichtbar. Logge Dich daher an PCs, die weitere Personen mitbenutzen, vollständig aus.

Cookies von anderen Anbietern

Neben dem Betreiber der Webseite können auch Drittanbieter Cookies platzieren. Das sind in den meisten Fällen Werbepartner des Betreibers. Auf diese Weise erhalten Dritte Zugang zu Deinen Daten. Als Webseitenbesucher hast Du keine Chance zu prüfen, welche Deiner Daten in welcher Form verarbeitet oder weitergeleitet werden.

Tracking-Cookies

Tracking-Cookies bleiben über längere Zeit gespeichert. Wie ihr Name (Tracking = verfolgen) schon sagt, verfolgen sie Deine Wege und Ihr Nutzerverhalten im Internet. Mithilfe dieser gewonnenen Erkenntnisse können Unternehmen ein detailliertes Profil von Dir erstellen und gezielt Werbeangebote für Dich schalten.

Cookie-Banner und ihre Einstellungen

Seit die Verarbeitung von Cookies die aktive Einwilligung der Nutzer fordert, öffnen sich beim Webseitenbesuch sogenannte Cookie-Banner. Dort kannst Du Cookies in verschiedenen Kategorien zustimmen oder diese ablehnen. Welche Kategorien gibt es?

Notwendige Cookies
Einige Cookies sind technisch erforderlich für die Nutzung der Webseite. Diese können nicht abgewählt werden. Ein Häkchen ist meist voreingestellt.

Leistungs-Cookies
Die sogenannten Leistungs- oder Analyse-Cookies helfen dem Inhaber der Webseite bei der Optimierung seines Angebotes. Sie sind nicht notwendig. Eine Abwahl muss für den Nutzer möglich sein.

Marketing-Cookies
Mithilfe der Marketing- oder Personalisierungscookies ist es möglich, die Werbung auf den von Ihnen besuchten Seiten direkt auf Ihre Interessen zuzuschneiden. Werbeagenturen, die diese Werbung bereitstellen, gelten als Drittanbieter und erhalten durch Cookies Zugriff auf Ihre Daten. Häufig enthalten auch Werbebanner Cookies.

Tipps zum sicheren Surfen

Lösche Cookies regelmäßig!
Wer viel im Internet unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Lösche die Cookies am besten nach jedem Besuch oder einmal in der Woche. Du findest die Funktion in den Datenschutzeinstellungen Deines Browsers.

Verwende die automatische Einstellungen Deines Browsers!
In den Browsereinstellungen kannst Du entscheiden, wie grundsätzlich mit Cookies verfahren werden soll. Du kannst beispielsweise den Zugriff von Drittanbietern einschränken.

Du kannst Cookies ablehnen!
Überlege beim Besuch einer Webseite, ob eine Speicherung von Daten sinnvoll sein könnte. Andernfalls kannst Du die Cookies auch ablehnen.

Nutze die automatische Löschfunktion!
Du kannst im Browser einstellen, dass Cookies nach dem Besuch von Webseiten automatisch gelöscht werden. Das funktioniert jedoch nur, wenn Du Dich ausloggst und die Seiten schließt.

Du kannst anonym surfen!
In fast allen Browsern kannst Du den sogenannten Inkognito/Privat-Modus wählen. Diese Einstellung ist vor allem empfehlenswert, wenn mehrere Personen einen PC nutzen.

Hier findest Du Browser mit besonders guten datenschutzfreundlichen Voraussetzungen:

Die besten WordPress-Plugins

Um den Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes und des Bundesgerichtshofes sowie den Vorschriften der Datenschutzgrundverordnung Rechnung zu tragen, stehen für WordPress-Webseitenbetreiber zahlreiche WordPress-Plugins bereit.

Real Cookie Banner
Die Nummer eins unter den WordPress-Plugins mit einem enormen Angebot an Funktionen. Das Plugin überzeugt mit mehr als 100 professionellen Vorlagen, einer Scanner-Funktion, einfacher Bedienbarkeit und mehr.

Borlabs Cookie
Borlabs Cookie ist eines der beliebtesten WordPress-Plugins. Es beeindruckt mit zahlreichen Funktionen, einfacher Bedienbarkeit, der Einsatzfähigkeit auf mehrsprachigen Websites und mehr.

DSGVO Pixelmate
Das WordPress-Plugin lässt sich im Handumdrehen konfigurieren und stellt eine preiswerte Alternative zu Borlabs Cookie oder Real Cookie Banner dar.

Complianz Complianz kommt mit einem riesigen Funktionsangebot daher. Die Einrichtung erfolgt per Assistent. Selbst die kostenlose Version ist gut nutzbar.

Cookiebot In wenigen Minuten eingerichtet ist Cookiebot. Im Gegensatz zum Marktführer Borlabs Cookie ist das aufwendige Verschieben von Skripten und externen Inhalten in das Plugin nicht erforderlich.

Wichtige rechtliche Rahmenbedingungen

Wer eine Webseite betreibt, sollte die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Setzen von Cookies beachten. Die wichtigsten Regelungen sind:

Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Die europäische Datenschutzgrundverordnung erfordert seit 2018 von jedem Webseitenbetreiber, Webseitenbesucher auf die Verwendung personenbezogener Daten hinzuweisen und ihre Erlaubnis zur Speicherung explizit zu erfragen.

TTDSG Das Gesetz über den Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre in der Telekommunikation und bei Telemedien wird kurz als Telekommunikation-Telemedien-Datenschutz-Gesetz (TTDSG) bezeichnet. Es regelt seit Dezember 2021 die Wirksamkeit der DSGVO auf Computern, Tablets und Mobiltelefonen. Hier kannst Du mehr über das TTDSG nachlesen: https://logbuch.gn2.de/cookie-und-datenschutzgesetz-ab-1-dezember-2021/

Europäische ePrivacy-Verordnung Noch nicht in deutsches Recht übergegangen ist die ePrivacy-Verordnung, die den Schutz personenbezogener Daten im Internet verstärken soll. Es ist mit einem Inkrafttreten der ePrivacy-Verordnung nicht vor 2023 zu rechnen.

Fazit

Daten sind die neue Währung im Internet. Den Wert dieser Daten sollten sowohl Webseitenbesucher als auch Webseitenbetreiber im Blick behalten.

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